Zuverlässiges Indexieren von großen Datenmengen
24. August 2026
Spielt Effizienz eine Rolle, wenn es um Enterprise Search, Retrieval-Augmented Generation und agentisches Retrieval geht? In einem früheren Beitrag haben wir KI-Strategien und AI Knowledge Lakes besprochen. Der jetzige Blogpost konzentriert sich auf eine praktische Grundlage hinter diesen Strategien: wie Unternehmeswissen effizient und zuverlässig aus einer Vielzahl von Unternehmensquellen indexiert werden kann.

Enterprise-Search- und RAG-Konnektoren
Suchlösungen für agentisches Retrieval und AI Knowledge Lakes sind auf Such-Konnektoren (bzw. Search Adapter) angewiesen, die Wissensquellen zuverlässig indexieren. Wissensquellen können beispielsweise Microsoft SharePoint, Teams oder Slack, SAP, Salesforce, OpenText, Wikis, Intranets und viele weitere Unternehmenssysteme sein.
Konnektoren nutzen in der Regel APIs solcher Quellsysteme, um Inhalte abzurufen, in eine gemeinsame Struktur zu überführen und mit einer Suchmaschine oder Vektordatenbank synchron zu halten. So müssen zum Beispiel bei unseren Kunden dutzende Millionen von Wiki-Seiten, SharePoint-Dokumente, Dynamics-Datensätze oder auch schon einmal eine kleinere Zahl von Intranet-Seiten indexiert und mit der Index dann synchron. Was braucht es also, um einen Konnektor zu implementieren, der im Enterprise-Maßstab zuverlässig funktioniert?
Funktionale Anforderungen
Die folgenden Punkte sind typische funktionale Anforderungen an Search- und RAG-Konnektoren:
Indexierung heterogener Daten in ein gemeinsames Indexschema
Beispielsweise werden Office-Dokumente in denselben Suchindex aufgenommen wie Webseiten, Wiki-Seiten, Tickets, Kundendatensätze und viele weitere Inhaltstypen.
Sicherstellen, dass die Daten „richtig“ aussehen. Beispielsweise Harmonisierung von Autoren, Datumsformaten, Zahlen, etc.
Aufbau von Filtern und Nutzung von Taxonomien
Dokumentversionen und Aktualisierungen
Erkennung und Indexierung neuer Dokumentversionen oder -Änderungen
Erkennung und Indexierung geänderter Dokumentberechtigungen
Erkennung und Indexierung geänderter relevanter Dokumentmetadaten
Entfernung gelöschter Dokumente aus dem Suchindex
Berechtigungen und Security Trimming
Indexierung von Access Control Lists (Berechtigungen) für jedes Dokument
Indexierung der Benutzer-Gruppen-Beziehungen einer Quelle
Bereitstellung eines User-ID-Mappings, zum Beispiel von Active-Directory-IDs (Quellsystem) auf Entra-ID-IDs (Authentifizierung der Suche)
Erkennung “organisatorischer” Änderungen
Erkennung von Änderungen von Gruppenmitgliedschaften
Erkennung inaktiver oder gelöschter Benutzer
Nicht-funktionale Anforderungen
Die folgenden Punkte sind typische nicht-funktionale Anforderungen an Search- und RAG-Konnektoren:
Implementierung von Konnektor-seitigem Rate Limiting
Hocheffiziente API-Nutzung und internes Caching
Robuste Behandlung von Timeouts, API-Retry-After-Headern usw.; insbesondere die Implementierung eines globalen Rate Limitings
Multithreading
Resume-Checkpoints
Fehler- und Problembehandlung
Inkrementelle Scans auf Basis von Change Logs und ähnlicher APIs
Warum ist das relevant?
Aus funktionaler Sicht lässt sich ein Skript, das eine kleine Menge von Dokumenten in eine Suche indexiert, schnell erstellen.
Die Herausforderung ist jedoch, ein solches Skript von wenigen Tausend auf Millionen von Dokumenten zu skalieren. Denn dann entscheiden Crawl-Rate, API-Effizienz, Retry-Verhalten, Checkpointing und Applikationslogik darüber, ob die Indexierung in Stunden, Tagen oder Wochen abgeschlossen ist.
Die folgende Tabelle illustriert dies anhand der ungefähren Gesamtindexierungszeiten nach Crawl-Rate und Anzahl der zu indexierenden Dokumente.
Anzahl der zu indexierenden Dokumente | Durchschnittliche Crawl-Rate bei | Durchschnittliche Crawl-Rate bei |
10.000 | ~33 Minuten | ~2,5 Minuten |
100.000 | ~5 Stunden | ~30 Minuten |
1.000.000 | ~2,5 Tage | ~4 Stunden |
10.000.000 | ~3 Wochen | ~1,5 Tage |
Die Tabelle zeigt, dass bei kleineren Indexierungsaufwänden ein einfacher Crawl-Ansatz noch innerhalb eines akzeptablen Zeitrahmens abgeschlossen werden kann. Mit zunehmender Anzahl von Dokumenten werden jedoch Crawl-Effizienz und operative Robustheit entscheidend:
Der Konnektor muss Inhalte nicht nur schneller verarbeiten, sondern auch temporäre Probleme wie Throttling, Timeouts, Retry-After-Header, global Rate-Limits, aber auch Wartungsfenster und fehlgeschlagene API-Calls bewältigen.
Organisationen, die Wissen zuverlässig indexieren müssen, sollten Konnektoren anhand dieser funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen bewerten. Beispielsweise ist die RheinInsights Retrieval Suite auf diese Anforderungen ausgerichtet und bietet Konnektoren für Enterprise Search, RAG und agentische Retrieval-Szenarien welche für die zuverlässige und schnelle Indexierung von Millionen von Dokumenten ausgelegt sind.